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Samsung meldet Rekord-Quartal: 11,8 Milliarden Euro Gewinn in Q4 2025

Samsung Electronics hat die besten Quartalszahlen der Unternehmensgeschichte vorgelegt. Der Betriebsgewinn erreichte im vierten Quartal 2025 11,8 Milliarden Euro (20,1 Billionen KRW) – ein Plus von 9% gegenüber dem Vorquartal. Der Quartalsumsatz lag bei 54,9 Milliarden Euro (93,8 Billionen KRW). Für das Gesamtjahr 2025 meldete Samsung einen Umsatz von 195,2 Milliarden Euro (333,6 Billionen KRW) bei einem Betriebsgewinn von 25,5 Milliarden Euro (43,6 Billionen KRW).

Die eigentliche Story versteckt sich in den Details der einzelnen Sparten: Die Halbleiterdivision dominiert die Profitabilität, während das Smartphone-Business unter Druck steht.

Chips schlagen Smartphones: Das sind die neuen Gewinnbringer

Die Device Solutions Division (Halbleiter) generierte im vierten Quartal einen operativen Gewinn von 9,6 Milliarden Euro (16,4 Billionen KRW) – ein Plus von 33% gegenüber dem Vorquartal. Die Mobile Experience Division erreichte 1,1 Milliarden Euro (1,9 Billionen KRW).

Das bedeutet: Die Halbleitersparte verdiente rund 8-9x mehr als das Smartphone-Business. Das ist keine Schwankung. Das ist eine große Verschiebung, die Samsung selbst in den Gewinn-Berichten deutlich macht.

Der Treiber dahinter: High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Anwendungen. Samsung liefert ab Februar 2026 HBM4-Produkte mit 11,7 Gbps. Das ist schneller als die ursprünglichen Anforderungen von NVIDIA und AMD. Die Massenproduktion läuft bereits an.

Die DRAM-Margen? Über 50% im Q4 2025. Memory-Preise stiegen im vierten Quartal um geschätzte 40-50%. Für Q1 2026 werden ähnliche Zuwächse erwartet.

Der HBM-Markt explodiert und Samsung will dominieren

Der HBM-Markt wächst 2026 voraussichtlich um 58% und erreicht 54,6 Milliarden Dollar. Samsung und SK Hynix kontrollieren 90% der globalen HBM-Produktion.

Samsung hat angekündigt, dass die HBM-Verkäufe 2026 ein dreifaches Wachstum gegenüber 2025 erreichen sollen. Kunden sichern sich bereits Liefervereinbarungen für 2027 und darüber hinaus.

Das ist kein kurzfristiger Boom. Das ist der Beginn eines mehrjährigen Infrastruktur-Superzyklus, vergleichbar mit dem Datacenter-Boom der 2010er Jahre.

Die Nachfrage kommt nicht mehr in vorhersehbaren Consumer-Electronics-Zyklen. Sie kommt in „stufenweisen Ausbrüchen“ von Rechenzentren. Das macht Prognosen schwieriger, aber auch lukrativer für die Anbieter.

Bild: Jonathan Kemper

Smartphones kämpfen, während Chips abheben

Während die Halbleitersparte floriert, hat die Mobile Experience Division mit Gegenwind zu kämpfen. Der operative Gewinn fiel um 9,5% gegenüber dem Vorjahr und über 45% gegenüber dem Vorquartal auf 1,1 Milliarden Euro (1,9 Billionen KRW).

Samsung führt das auf „reduzierte Launch-Effekte“ neuer Smartphone-Modelle und intensive Marktkonkurrenz zurück. Das ist diplomatisch formuliert. Die Realität: Volumen allein garantiert in gesättigten Märkten keine Profitabilität mehr.

Deshalb setzt Samsung auf Premium-Produkte und KI-Integration. Das Galaxy S26 wird voraussichtlich das erste Samsung-Smartphone mit systemweiter Agentic AI-Unterstützung. Komplexe Denkprozesse, mehrstufige Planung, tiefe Dokumentenanalyse… alles auf dem Gerät, ohne dass Daten die Hardware verlassen.

Ob das den nächsten Upgrade-Zyklus auslöst? Das wird sich zeigen. Aber die Strategie ist klar: Margen verteidigen durch Differenzierung, nicht durch Volumen.

Foundry bleibt der Schwachpunkt

Trotz Produktionsbeginn von 2nm-Produkten blieb die Gewinnverbesserung im Foundry-Geschäft begrenzt. Die Ausbeute (Yield) im 2nm-Verfahren liegt bei etwa 50%. TSMC erreicht 60-65%. Das reicht noch nicht.

Trotzdem gibt es positive Signale. Big-Tech-Player wie AMD und Google sollen 2nm-Chip-Produktion in Samsungs Fabrik in Taylor (USA) ins Auge fassen. Geopolitische Spannungen und TSMCs Kapazitätsengpässe befeuern das Interesse.

Samsung setzt für 2026 ein Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich im Foundry-Businness als Ziel. Das zeigt den Druck, in einem von TSMC dominierten Markt Boden gutzumachen.

Die nächsten 12 Monate werden sehr wichtig für Samsung

Samsung befindet sich mitten in einer größeren Transformation. Das Unternehmen, das wir als Smartphone-Hersteller kennen, wird zunehmend zu einem Infrastruktur-Anbieter für die KI-Ära.

Die F&E-Investitionen erreichten 22,1 Milliarden Euro (37,7 Billionen KRW) für das Gesamtjahr. Ein weiterer Rekord. Allein im vierten Quartal flossen 6,4 Milliarden Euro (10,9 Billionen KRW) in Forschung und Entwicklung. Das sind 1,2 Milliarden Euro (2 Billionen KRW) mehr als im Vorquartal.

Das ist aggressiv. Das ist eine Wettbewerbswaffe. Samsung kämpft auf mehreren Fronten gleichzeitig: HBM gegen SK Hynix und Micron. Samsung Foundry gegen TSMC. Premium-Smartphones gegen Apple und chinesische Hersteller.

Die wiederholte Betonung von „Component Supply Stability“ in den Zahlen zeigt: Samsung kämpft mit Lieferketten-Unsicherheiten. Die vertikale Integration wird als strategischer Vorteil positioniert. Und das ist sie auch.

Die nächsten 12-24 Monate werden zeigen, ob Samsung die HBM-Führerschaft zurückgewinnen kann. Ob die 2nm-Produktion profitabel wird. Ob Agentic AI im Galaxy S26 ein echte Verbesserung im KI-Bereich wird.

Aber eines ist klar: Die Profitabilitätsstruktur hat sich bereits verschoben. Halbleiter-Fertigung ist König. Smartphones müssen sich neu erfinden. Samsung investiert massiv, um in beiden Welten zu gewinnen.

Die Zahlen lügen nicht. Die Halbleiter-Sparte trägt das Unternehmen. Und dieser Trend wird sich 2026 weiter verstärken.

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