Samsung hat die Nase vorn: Als weltweit erster Hersteller liefert das Unternehmen jetzt kommerziellen HBM4-Speicher aus. Und das dürfte für NVIDIA besonders wichtig sein, denn Samsung wird voraussichtlich Hauptlieferant für die kommenden Vera Rubin KI-Grafikkarten, die in der zweiten Hälfte 2026 auf den Markt kommen sollen.
Samsung’s Produktion für HBM4-Speicher ist bereits im Februar angelaufen und wird auch schon an erste Kunden ausgeliefert. Jetzt wissen wir sicher: NVIDIA ist bei den HBM4-Kunden ganz vorne mit dabei.
Wie der 1c DRAM-Prozess den Unterschied macht
Samsung geht hier einen anderen Weg: Als einziger Hersteller nutzt das Unternehmen den 1c DRAM-Prozess für die HBM4-Produktion. SK Hynix und Micron setzen weiterhin auf den älteren 1b-Prozess.
Und was bringt das genau? Hier die Leistungsdaten zu Samsung’s HBM4:
Geschwindigkeit: Samsung erreicht 11,7 Gbps, 46 Prozent über dem JEDEC-Standard von 8 Gbps. Das Potenzial liegt bei bis zu 13 Gbps.
Bandbreite: Die Gesamt-Speicherbandbreite pro Stack ist im Vergleich zu HBM3E um das 2,7-fache gestiegen und erreicht maximal 3,3 TB/s.
Energieeffizienz: Durch Low-Voltage-TSV-Technologie und PDN-Optimierung verbessert sich die Energieeffizienz um 40 Prozent gegenüber HBM3E. Die thermische Resistenz steigt um 10 Prozent, die Wärmeableitung um 30 Prozent.
Kleinere Strukturen ermöglichen schnellere Signalwege, reduzierten Stromverbrauch und höhere Dichte. Samsung hat früh auf diese Technologie gesetzt, während die Wettbewerber zunächst abgewartet haben. Eine Wette, die sich jetzt auszuzahlen scheint.
NVIDIA setzt auf zwei Varianten für Vera Rubin
NVIDIA fährt eine Dual-Strategie und verwendet zwei HBM4-Varianten für die Vera Rubin Architektur.
Premium-Systeme nutzen HBM4 mit 11,7 Gbps. Günstigere Versionen laufen mit etwa 10 Gbps.
Hier wird es interessant: Samsung’s HBM4 kostet rund 700 Dollar pro Einheit, das sind 20 bis 30 Prozent mehr als HBM3E. Trotz des höheren Preises dürfte genau diese Premium-Variante am Ende die höheren Margen bringen.

Über 25 Jahre gemeinsame Geschichte mit NVIDIA
Samsung und NVIDIA arbeiten seit über 25 Jahren zusammen. Das ist also keine frische Partnerschaft. Die Kooperation reicht von NVIDIA’s erster Grafikkarte NV1 mit Samsung DRAM bis zur Einführung des ersten kommerziellen HBM-Speicher der Branche.
Diese Partnerschaft ist keine neue Allianz, die schnell zusammengeschustert wurde. Sie ist über Jahrzehnte gewachsen und hat sich bewährt.
Und das verschafft Samsung echte Vorteile: gegenseitiges Vertrauen, etablierte Prozesse und gemeinsame Entwicklungszyklen, die einfach funktionieren.
Die Tech-Riesen bestimmen, wie’s läuft
Alle technischen Vorteile sind am Ende nur dann relevant, wenn die Nachfrage stabil bleibt oder wächst. Die zukünftige Entwicklung hängt davon ab, wie viel OpenAI, Google, Meta, Microsoft und Amazon in KI-Infrastruktur investieren.
Wenn diese Unternehmen ihre Ausgaben zurückfahren, verschiebt sich die Nachfrage von High-End zu Standard-Modellen. Und dann wäre Samsung’s Premium-Strategie deutlich weniger profitabel.
Das ist das große Risiko bei jeder High-Performance-Strategie: Du brauchst Kunden, die bereit sind, den Premiumpreis auch tatsächlich zu zahlen.











