Samsung Electronics hat sich einen sehr wichtigen Auftrag gesichert. Der koreanische Konzern wird ab der zweiten Jahreshälfte 2026 exklusiver Lieferant von HBM4-Speicherchips für OpenAIs ersten eigenen KI-Chip namens Titan. Das berichtet HankYung.com (via SamMobile) unter Berufung auf Branchenquellen. Was diesen Deal besonders macht: Er zeigt, wie sehr Samsung im HBM-Markt zurückgekämpft hat.
Das Volumen kann sich sehen lassen. Samsung liefert bis zu 800 Millionen Gigabit an 12-lagigen HBM4-Chips, was in etwa 7% der gesamten eigenen HBM-Produktion für 2026 und rund 15% der HBM4-spezifischen Fertigung entspricht.
OpenAI entwickelt eigene KI-Chips
Der Chip „Titan“ entsteht in Zusammenarbeit mit Broadcom. Produktionsstart bei TSMC soll im dritten Quartal 2026 sein. Für OpenAI bedeutet das: weniger Abhängigkeit von Nvidia und letztendlich niedrigere Kosten.
Die wirtschaftliche Dimension dahinter ist riesig. Nvidias KI-Beschleuniger H100 und H200 kosten etwa 30.000 Euro pro Einheit. Damit man sich das mal vor Augen führt: Betreibt man Millionen solcher Prozessoren in Rechenzentren, reden wir bei eigenen Chips über potenzielle Einsparungen in Milliardenhöhe. Das rechtfertigt den Aufwand allemal.
Die technischen Spezifikationen von HBM4: Übertragungsgeschwindigkeiten bis 8 Gb/s über ein 2048-Bit-Interface mit bis zu 2 TB/s Bandbreite pro Stack. Samsung setzt auf einen 1c DRAM-Node kombiniert mit einem 4nm Logic-Base-Die. Ziel sind 13 Gbps pro Pin und entspricht etwa 3,3 TB/s Gesamtbandbreite. Fast doppelt so viel wie HBM3E.
Samsung gewinnt Marktanteile zurück
Nach NVIDIA und AMD ist OpenAI die drittgrößte HBM4-Kapazitätszuweisung für Samsung. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, wie stark Samsung zwischenzeitlich unter Druck stand. Der Marktanteil im Bereich Memory fiel von 41% (Q3/2024) auf nur noch 17% (Q3/2025), hauptsächlich weil die HBM3E-Chips Nvidias strenge Standards nicht erfüllten.
Mittlerweile sieht es aber wieder deutlich besser aus: Samsung fährt in Q4/2025 knapp hinter SK Hynix 26 Mrd. Dollar Gewinn ein. Das war ein neuer Rekord im Speicher-Geschäft für die Koreaner. In der folgenden Grafik lässt sich die Entwicklung vom Gewinn im Bereich Memory für Samsung (blaue Linie) sehr gut erkennen.

Die HBM-Kapazität bei allen großen Anbietern, wie SK Hynix, Micron und Samsung, ist laut Branchenberichten für 2026 komplett ausverkauft. Der Markt soll demnach bis 2028 auf 100 Milliarden Dollar wachsen. Zum Vergleich: 2025 waren es 35 Milliarden Dollar. Die Nachfrage nach KI-Speicher explodiert förmlich.
Bedeutung für OpenAI und das Stargate-Projekt
OpenAI ist einer der wichtigsten Teile vom Stargate-Projekt, einer KI-Infrastruktur-Initiative im Wert von 500 Milliarden Dollar. Ohne leistungsstarken HBM4-Speicher können selbst die fortschrittlichsten KI-Prozessoren ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Die Partnerschaft mit Samsung sichert OpenAI Zugang zu genau dieser kritischen Komponente.
Software-orientierte KI-Unternehmen entwickeln zunehmend eigene Hardware, um die Kontrolle über den gesamten Stack zu bekommen. Die Verfügbarkeit kritischer Komponenten wie HBM4 wird damit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Wer hier keinen Zugang hat, bleibt zurück.
Für Samsung ist die Partnerschaft mit OpenAI ein sehr wichtige Auftrag und bestätigt, dass der Konzern die technischen Herausforderungen nach den HBM3E-Schwierigkeiten gemeistert hat. Samsung liefert jetzt wieder auf dem Niveau, das Großkunden wie OpenAI, NVIDIA und AMD voraussetzen. Das stärkt auch das Vertrauen potenzieller Neukunden.











