Am 21. Mai 2026 landete Jay Y. Lee in Taiwan. Keine 24 Stunden sind vergangen, seit ein 18-tägiger Streik bei Samsung abgewendet wurde, da sitzt der Aufsichtsratsvorsitzende schon bei MediaTek in Hsinchu. Sein Gegenüber: CEO Rick Tsai. Sein Ziel: Womöglich eine große Foundry-Partnerschaft.
Keine 2nm Kapazitäten mehr bei TSMC
Samsung hat seine 2nm-Yields mittlerweile auf über 60% gepusht. TSMC schafft zwischen 60 und 70%. Das ist gut und wichtig zu wissen, aber tatsächlich nicht der Knackpunkt. Sondern: TSMC hat bis 2028 keine Kapazitäten mehr frei.
Apple blockiert über die Hälfte der 2nm-Produktion. Den Rest haben sich Qualcomm, AMD, NVIDIA und MediaTek aufgeteilt. Wer heute mit einem 2nm-Projekt kommt, guckt bei vorerst TSMC in die Röhre.
Samsung hat Kapazität. Und Samsung unterbietet TSMC um ein Drittel: 20.000 statt 30.000 Dollar pro Wafer.
Speicher als Verhandlungsmasse
Jetzt wird es spannend. Samsung hat etwas, das TSMC fehlt: Speicher. HBM, DRAM, NAND, alles aus einer Hand.
Für AI-Chips ist Memory der Flaschenhals. Ohne ausreichend Speicher bringen die besten Chips nichts. Samsung kann beides liefern und koppelt das aneinander: Wer Foundry-Kapazität bucht, kriegt bevorzugten Zugang zu Speicher.
TSMC ist sehr stark am Markt
TSMC kontrolliert knapp 70% des globalen Foundry-Markts. Das verschafft Macht über Preise, über Lieferzeiten, über Verhandlungen. Für Kunden ist das selbsterklärend eine eher ungünstige Situation. Aber Samsung kann einen Ausweg bieten. Nicht als TSMC-Ersatz, sondern als zweites Standbein.

Der Tesla-Präzedenzfall
Dass das funktionieren kann, hat Samsung mit Tesla gezeigt. Der 16,5-Milliarden-Deal läuft bis 2033. Musk hat öffentlich durchblicken lassen, dass die tatsächlichen Volumina „mehrfach höher“ liegen dürften. Tesla plant also langfristig mit Samsung für kritische AI-Hardware.
AMD schaut sich Samsungs 2nm ebenfalls an. Die Nachfrage ist also vorhanden. Die Kapazität auch. Was fehlt? Die Referenzkunden mit großem Gewicht. MediaTek würde das als Kunde mitbringen.
Warum das jetzt passiert
Lee fliegt nicht aus Verzweiflung nach Taiwan. Er fliegt, weil sich ein Fenster öffnet und weil solche Gelegenheiten meist nicht lange offen bleiben.
TSMC kommt mit dem Ausbau nicht hinterher. AI treibt die 2nm-Nachfrage in Regionen, die vor zwei Jahren niemand auf dem Schirm hatte. Kunden brauchen Alternativen… und zwar schnell.
Samsung hat geliefert: Die 2nm-Yields sind hochgegangen. Die Preise sind aggressiv. Das komplette Memory-Paket gibt es nirgendwo sonst. Was jetzt zählt, ist Vertrauen. MediaTek muss Samsung als gleichwertigen Partner sehen, nicht nur als Backup-Option für Notfälle.
Dass Lee persönlich kommt, sendet genau dieses Signal. Der Vorstand setzt sich hin und verhandelt. Ob MediaTek anbeißt? Das werden wir sehen. Aber die Message von Samsung ist angekommen: Die Kapazität steht, der Preis stimmt, die Technik funktioniert. Jetzt liegt es an MediaTek.











