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LPDDR4X-Aus bei Samsung: Zwangs-Upgrade auf LPDDR5 kommt

Laut aktuellsten Informationen stellt Samsung die Produktion von LPDDR4- und LPDDR4X-Speicherchips ein, wie The Elec berichtet. Neue Bestellungen nimmt Samsung ab sofort nicht mehr entgegen. Die Technologie hatte knapp zehn Jahre lang praktisch jedes Smartphone, Tablet und Laptop mit Arbeitsspeicher versorgt.

Bis Ende 2026 werden noch bestehende Aufträge abgearbeitet, dann ist Schluss. Anfang 2027 werden die letzten Produktionslinien auf LPDDR5 umgestellt.

Damit endet eine Ära. LPDDR4 und LPDDR4X steckten jahrelang in Milliarden Geräten weltweit, von Budget-Phones bis zu High-End-Tablets.

LPDDR5 wird zum neuen Standard

Der Produktionsstopp bei Samsung ab Ende 2026 beschleunigt den Wechsel zu LPDDR5 logischerweise erheblich. Die Performance-Unterschiede sind erheblich: LPDDR5 erreicht etwa 50% höhere Transferraten als LPDDR4X. Vorteilhaft ist auch der niedrigere Stromverbrauch. LPDDR5 zieht bis zu 20% weniger Energie als LPDDR4X.

Vor allem Mittelklasse-Geräte profitieren davon. Hardware, die vor Kurzem noch Flaggschiffen vorbehalten war, wird jetzt auch in der Mittelklasse verbaut.

Übergangsphase mit Herausforderungen

Allerdings gibt es ein Problem: Viele Budget-Prozessoren können mit LPDDR5 schlicht nichts anfangen. Die Chips sind auf LPDDR4X ausgelegt, ihre Controller sprechen den neueren Standard nicht. Chip-Hersteller müssten also ihre Fertigungsprozesse erneuern.

Dazu kommt noch, dass es eine Art Übergangsphase zu LPDDR5 geben wird. Stell dir vor: Du kaufst ein Galaxy A-Modell im Oktober 2026, dein Kumpel holt sich das gleiche Gerät im März 2027.

Unter der Haube könnten dann aber verschiedene Speicher-Generationen stecken. Frühe Chargen greifen noch auf LPDDR4X-Bestände zurück, spätere Einheiten müssen auf LPDDR5 umsteigen.

Bild: Jonathan Kemper

Und was machen Smartphone-Hersteller jetzt?

Hersteller jonglieren in Zukunft wahrscheinlich mit ihren Roadmaps: Launches könnten verschoben, Produktlinien neu sortiert und Specs angepasst werden. Der Zwang zu LPDDR5 bringt zwar bessere Performance, kostet aber mehr.

Gerade im Einstiegssegment, wo jeder Euro zählt, wird das zum Problem. Geräte, die mit LPDDR4X noch rentabel gewesen wären, rechnen sich mit LPDDR5 plötzlich nicht mehr.

Natürlich gibt es als RAM-Hersteller noch SK Hynix und Micron, das darf man nicht vergessen. Aber Samsung ist nun mal eben der führende Hersteller und die anderen beiden konzentrieren sich aktuell ohnehin eher auf HBM-Speicher.

LPDDR5-Markt wächst massiv

Samsung folgt dem Geld und das Signal ist klar. Der LPDDR5-Markt stand 2024 bei 5,12 Milliarden USD. Bis 2033 soll er auf 17,54 Milliarden USD wachsen bei einer jährlichen Wachstumsrate von ca. 15%.

Mittelklasse-Geräte bekommen durch die Umstellung bei Samsung langfristig schnelleren, effizienteren RAM. Die nächsten anderthalb Jahre werden aber holprig. Preisschwankungen und unterschiedliche Specs bei gleichen Modellen. Wer in dieser Zeit kauft, sollte genau hinschauen, was wirklich im Gerät steckt.

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