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Galaxy S27: Samsung könnte auf BOE-Display für Basis-Modell setzen

Samsung könnte beim kommenden Galaxy S27 Basis-Modell erstmals Displays von BOE einsetzen. Der chinesische Hersteller würde damit Samsung Display als alleinigen Panel-Lieferanten ablösen, zumindest teilweise. The Elec berichtet darüber unter Berufung auf Branchenquellen. Hintergrund ist die DRAM-Krise, die Samsung dazu zwingt, Kosten einzusparen.

Bisher war das eigentlich ungeschriebenes Gesetz: Jedes Galaxy-Flaggschiff bekommt ein Panel von Samsung Display. Beim S27 könnte sich das ändern.

Warum Samsung sparen muss

Die Zahlen sprechen für sich. DRAM-Preise sind in Q2 2026 um 30% gestiegen und das, nachdem sie in Q1 schon um 100% im Jahresvergleich hochgegangen waren. Bei mobilem DRAM sieht es laut TrendForce noch extremer aus: 93 bis 98 Prozent Plus im Quartalsvergleich für Q1/2026.

Wenn Samsung den S27 zu einem wettbewerbsfähigen Preis anbieten will, ohne die Marge zu opfern, muss woanders gespart werden. Das Display ist eine der teuersten Komponenten. Genau dort setzt Samsung jetzt angeblich an.

Galaxy A57 als Präzedenzfall

Samsung testet Dual-Sourcing bereits. Beim Galaxy A57 kommen erstmals OLED-Panels von CSOT zum Einsatz, in einer Produktlinie, die bisher ausschließlich Samsung Display vorbehalten war.

Die Ersparnis ist beträchtlich: Über 20 Prozent pro Panel spart Samsung beim A57 durch CSOT. Ein Branchenvertreter erklärt gegenüber The Elec:

„Bei Speicherpreisen kannst du nicht verhandeln. Bei Displays schon, da gibt es Alternativen.“

Neue Strategien werden oftmals erst in der Mittelklasse getestet, bevor sie in Flaggschiffen landen. Der A57 ist vermutlich genau so ein Test.

BOE holt auf, aber nicht ganz

BOE-Displays schaffen in der Spitze etwa 1.500 bis 1.800 nits. Samsung Display liegt mit den neueren M10- und M12-Materialien bei bis zu 2.600 nits. Dazu kommt: Die Samsung-Panels sind bei gleicher Helligkeit deutlich energieeffizienter.

Beschleunigte Alterungstests zeigen: BOE-Panels verlieren 18 Prozent Helligkeit, Samsung-Panels nur 14 Prozent. Der Abstand wird kleiner, das stimmt. Aber er existiert weiterhin.

Dazu kommt ein weiterer Faktor: Samsung könnte im Basis-S27 ältere „M13“ OLED-Materialien verbauen. Das würde die Lücke zwischen Basis-Modell und den teureren Plus/Ultra-Varianten noch größer machen.

Bild: Amanz

Interner Widerstand bei Samsung Display

Samsung Display wehrt sich laut Bericht intern massiv gegen diese Pläne. Die Angelegenheit ging demnach bis zur Konzernführung hoch. Kein Wunder, die Galaxy-Serie war jahrelang exklusive Domäne der Display-Sparte. Diese Einnahmequelle steht jetzt auf dem Spiel.

Die Mobile-Division steht unter Druck, Margen zu verteidigen. Auch wenn das bedeutet, den eigenen Komponentenbereich zu schwächen. Bei Samsung zeigt sich hier ein seltener Riss in der sonst so straffen vertikalen Integration.

Auf der einen Seite will Samsung Electronics die günstigsten Komponenten für maximale Profitabilität. Auf der anderen Seite will Samsung Display sein Quasi-Monopol bei Galaxy-Geräten behalten. Am Ende entscheidet wohl die Konzernspitze.

Noch ist nichts entschieden

Nabila Popal, Senior Research Director bei IDC, ordnet die Marktlage so ein:

„Die Zoll- und Pandemiekrise? Ein Witz im Vergleich zu dem, was jetzt kommt. Der Smartphone-Markt steht vor einer seismischen Verschiebung, bei Größe, Preisen und Wettbewerb. Vor Mitte 2027 wird sich das nicht entspannen.“

Noch ist nichts fix. Aber eins zeichnet sich ab: Wenn der Kostendruck groß genug wird, ändern sich auch langjährige Lieferantenbeziehungen. Selbst bei Flaggschiffen.

Im ersten Quartal 2027 soll die Galaxy S27-Serie vorgestellt werden. Bis dahin fällt die endgültige Entscheidung, welche Display-Strategie Samsung beim Basis-Modell fährt.

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