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Samsung stattet Ferrari Luce mit vier OLED-Displays aus

Samsung Display stattet den neuen Ferrari Luce komplett mit OLED-Technologie aus. Und damit ist wirklich jeder einzelne Bildschirm gemeint. Das erste Elektrofahrzeug der italienischen Luxusmarke fährt mit insgesamt vier OLED-Panels von Samsung vor, verteilt über das gesamte Cockpit.

Verbaut sind 12,9 Zoll, 12 Zoll, 10,1 Zoll und 6,3 Zoll. Die vier Displays bedienen drei separate Bereiche: Die Fahrer-Instrumente, die Zentralkonsole und ein Bedienfeld für die Rückpassagiere. Samsung und Ferrari hatten ihre Partnerschaft schon 2023 angekündigt. Der Luce ist jetzt das erste Auto, das daraus hervorgegangen ist.

Weltweit erste mehrschichtige OLED-Struktur im Cockpit

Die eigentliche Innovation steckt in den Fahrer-Instrumenten. Samsung hat hier zwei OLED-Panels übereinander gestapelt: Ein 12,9-Zoll- und ein 12-Zoll-Display. Das obere Panel hat drei kreisförmige Ausschnitte, etwa 100mm im Durchmesser. Durch diese Öffnungen siehst du das untere Display.

Zwischen den beiden Schichten hat Samsung echte mechanische Zeiger verbaut. Die sorgen für ein analoges Gefühl: Du schaust also auf digitale Inhalte, aber die Zeiger bewegen sich wie in einem klassischen Tacho. Samsung nennt das Ganze die weltweit erste mehrschichtige OLED-Struktur in der Automobilindustrie. Soweit wir das überprüfen konnten, stimmt das auch.

Die technische Basis dafür ist Samsungs HIAA-Technologie (Hole In Active Area). Das kennt man bereits seit dem Galaxy S10, nur dass Samsung das Verfahren hier um Faktor 20 hochskaliert hat. Von einer 5mm Punch-Hole-Kamera auf 100mm Display-Ausschnitte.

TFE-Technologie schützt Displays für 15 Jahre

So große Ausschnitte bringen allerdings ein Problem mit sich: OLED-Materialien sind organisch und reagieren an den Schnittkanten empfindlich auf Feuchtigkeit und Luft. Das kann die Lebensdauer massiv verkürzen.

Samsung Display löst das mit Thin Film Encapsulation (TFE), einer Versiegelung, die die exponierten Bereiche schützt. Gerade für Automotive-Standards ist das sehr wichtig. Die Displays müssen Temperaturen zwischen -40°C und +85°C aushalten und dazu eine Lebensdauer von mindestens 10 bis 15 Jahren erreichen. Das geht weit über das hinaus, was Displays in Smartphones leisten müssen.

Die anderen beiden Displays runden das Paket ab: 10,1 Zoll in der Zentralkonsole, 6,3 Zoll für die Rückpassagiere. Letzteres gibt Passagieren Zugriff auf Fahrinformationen und Klimaeinstellungen.

Samsung hält 70% Marktanteil bei Automotive-OLED

Samsung Display hält 2025 über 70% Marktanteil im bereich Automotive-OLED. Der Markt wächst dabei schnell: 2026 sollen knapp 6 Millionen Einheiten ausgeliefert werden. Fast das Doppelte vom Vorjahr.

Interessant am Rande: Das Gesamtdesign des Ferrari Luce stammt von Jony Ive, ex-Apple. Ferrari, Samsung, ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter: Die Kombination zeigt, wie verzahnt die Branchen heute sind.

Bild: Samsung Display

Display-Technologie aus dem Smartphone definiert Luxus-Cockpits neu

Samsungs Position im Automotive-OLED-Markt basiert weniger auf Masse, mehr auf technologischer Führung. Chinesische Hersteller holen im Volumengeschäft auf. Samsung kontert mit Innovationen wie HIAA, TFE und mehrschichtigen Display-Konstruktionen.

Der Ferrari Luce zeigt, was in Zukunft vermehrt kommen könnte. Display-Technologie aus Smartphones definiert heute, wie Luxus-Cockpits aussehen. Die vier OLED-Panels von Samsung sind keine Bildschirme, die man einzeln betrachten kann. Sie funktionieren als System: Design, Funktion und Nutzererlebnis greifen dabei ineinander.

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