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Galaxy S10: Neues Update nach fast zwei Jahren – steckt mehr dahinter?

Fast zwei Jahre lang gab es keine Updates mehr für das Galaxy S10. Und jetzt das: Samsung veröffentlicht plötzlich ein Software-Update für die Galaxy S10-Serie (S10e, S10, S10+). Das letzte Update für diese 2019er-Geräte kam im Juni 2024. Seitdem: Funkstille. Bis jetzt.

Die neue Firmware trägt die Bezeichnung G97x0ZHU8HZB1, wiegt 163MB und wird bisher nur in China und Hongkong ausgerollt. Neue Funktionen oder ein aktueller Sicherheitspatch sind (leider) nicht enthalten. Die Geräte bleiben auf dem Sicherheitsstand von Februar 2023. Stattdessen konzentriert sich das Update komplett auf Performance-Optimierungen.

In den ersten Nutzerberichten zeigt sich: Das Update bringt tatsächlich was. Menüs öffnen schneller, Apps reagieren flotter, das System läuft runder. Nach sieben Jahren Gerätealter und fast zwei Jahren ohne Update ist das doch bemerkenswert, oder?

Warum ein neues Update nach fast zwei Jahren Pause?

Die S10-Serie startete 2019 mit Android 9, bekam ihr letztes großes OS-Update (Android 12 mit One UI 4.1) im Mai 2022, und erhielt Sicherheitspatches bis Februar 2023. Im Juni 2024 folgte noch ein Performance-Update.

Dass Samsung jetzt noch ein weiteres Update bringt, ist durchaus ungewöhnlich. Die S10-Serie hat ihr offizielles Lebensende längst hinter sich. Diese Geräte kommen aus einer Ära, in der drei Jahre Software-Support schon als großzügig galten.

Doch was steckt dahinter? Möglicherweise testet Samsung hier einen neuen Ansatz: Weg von festen Update-Zeitplänen, hin zu Updates, die kommen, wenn sie Sinn machen… auch Jahre nach dem offiziellen Support-Ende.

Neue Flaggschiffe wie die Galaxy S24-Serie bekommen sieben Jahre Updates versprochen. Die S10-Serie fällt nicht unter dieses Update-Versprechen, was das jetzige Update noch überraschender macht.

Bild: Samsung

China als Testmarkt für erweiterten Support?

Interessant ist die regionale Eingrenzung. China und Hongkong haben riesige Bestände an älteren Samsung-Geräten im Einsatz. Klar, der weltweite Durchschnitt für die Lebensdauer liegt bei bei 2,5 bis 3 Jahren pro Smartphone. Aber viele Leute nutzen High-End-Geräte auch 4, 5 oder sogar 7 Jahre, wenn sie gut damit zurechtkommen.

Samsung könnte hier testen, was so eine erweiterte Lebensdauer der Geräte mit der Markenbindung macht. Wenn man sieht, dass ein sieben Jahre altes Gerät noch Updates/Patches erhält, wechselt man vermutlich seltener zum Wettbewerb.

Und dann gibt es natürlich noch den Second-Hand-Markt. Längerer Software-Support macht ältere Geräte wertvoller. Man stelle sich vor: Ein Galaxy-Smartphone aus 2019, das 2026 noch Updates bekommt? Das verkauft sich auf dem Refurbished-Markt natürlich deutlich besser als eins, bei dem nichts mehr kommt.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil?

Wohltätigkeit wäre das nicht. Samsung würde hierbei eine eigene Strategie verfolgen.

In der EU drehen sich die regulatorischen Schrauben enger. Längerer Software-Support könnte bald Pflicht werden. Wer jetzt schon freiwillig liefert, hat später weniger Ärger mit Vorschriften.

Längere Updates helfen allen: Den Käufern, der Umwelt, der Marke. Die Green Alliance hat ausgerechnet, dass ein Jahr längere Smartphone-Nutzung die CO2-Emissionen über die Lebensdauer um rund ein Drittel senkt.

Samsung positioniert sich so als Hersteller, der seine Geräte nicht einfach verkauft und vergisst. In Zeiten, in denen immer weniger Leute jährlich upgraden, kann das einen großen Unterschied machen.

Ob es sich also hierbei einfach um ein weiteres Update für die Galaxy S10-Serie handelt oder gar mehr dahinter steckt, wird sich in Zukunft zeigen. Der Trend geht aktuell aber definitiv in die richtige Richtung.

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