Samsung hat offiziell bestätigt, was sich Mitte April bereits angedeutet hat: LPDDR4 und LPDDR4X sind Geschichte. Auf den Produktseiten von Samsung Semiconductor steht es jetzt schwarz auf weiß. Neue Bestellungen werden nicht mehr angenommen. Die Produktion läuft noch bis Ende 2026, dann ist Schluss. Ab Q1 2027 werden die Linien umgestellt.
Fast ein Jahrzehnt lang war LPDDR4 der Standard-Arbeitsspeicher in Smartphones, Tablets und vielen Laptops. Samsung hat die Technologie aufgrund der hohen Nachfrage länger am Leben gehalten als ursprünglich geplant. Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem der Umstieg auf LPDDR5 und LPDDR5X nicht mehr aufzuhalten ist.
LPDDR5: Deutlich schneller und sparsamer
Warum der Wechsel kommen musste? LPDDR5 ist etwa 1,5-mal schneller als LPDDR4X. Die Datenübertragungsrate liegt bei 51,2 Gbps, die Pin-Taktfrequenz bei 6.400 Mbps.
LPDDR5X legt noch eine Schippe drauf. Hier reden wir von 2,5-facher Geschwindigkeit gegenüber LPDDR4X. Ohne diesen Standard würden KI-Anwendungen auf Smartphones, autonomes Fahren oder anspruchsvolles Mobile Gaming nicht in der Form funktionieren, wie wir sie heute kennen.
Interessant wird es auch beim Stromverbrauch. Der Deep-Sleep-Modus von LPDDR5X sorgt dafür, dass der Chip 20-25% weniger Energie zieht als LPDDR5. Schon LPDDR5 spart gegenüber der Vorgängergeneration bis zu 45% Strom ein.

Budget-Smartphones profitieren am meisten von LPDDR5
Am stärksten wird sich der Wechsel im Budget-Segment bemerkbar machen. Hier kam bisher vor allem LPDDR4X zum Einsatz. Der Grund war simpel: Ein vergleichsweise günstiger Preis. Diese Option fällt jetzt weg.
Das heißt: Auch Einsteiger-Smartphones bekommen künftig LPDDR5 verbaut. App-Ladezeiten, Multitasking und Gaming werden dadurch spürbar flüssiger. Die Geschwindigkeit steigt um rund 50% gegenüber LPDDR4X. Für Nutzer, die bisher im Budget-Bereich unterwegs waren, ist das in Zukunft ein Vorteil.
Samsung setzt auf KI und High-End-Speicher
Samsung verfolgt mit dem Produktionsstopp eine klare Linie: Der Konzern baut schätzungsweise über 20% seiner konventionellen DRAM-Kapazität ab und setzt stattdessen auf fortschrittliche Technologien wie LPDDR5X und HBM (High Bandwidth Memory).
Das ist keine Flucht aus dem Markt. Samsung richtet sich gezielt auf die Infrastruktur aus, die KI-Anwendungen, neue und leistungsstarke Smartphones und autonome Systeme brauchen. Und die benötigen eben anderen Speicher als vor fünf Jahren.
Neue Geräte werden schneller und effizienter laufen. Aber: Kurzfristig könnten die Preise steigen. Die Frage ist nur, wie stark Hersteller die Kostensteigerungen weitergeben oder ob der Wettbewerb sie zwingt, die Margen zu drücken.










