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Samsung ist zurück: Marktführer bei Smartphones im ersten Quartal 2026

Samsung steht wieder an der Spitze des globalen Smartphone-Markts. Im ersten Quartal 2026 lieferte der südkoreanische Hersteller 65,4 Millionen Geräte aus. Das entspricht 22 Prozent Marktanteil. Apple kommt auf 60,4 Millionen iPhones und rutscht mit 20 Prozent auf den zweiten Platz.

Das geht aus Daten von Omdia hervor. Beide Unternehmen wuchsen gegenüber dem Vorjahr: Samsung um 8 Prozent, Apple um 10 Prozent. Trotz des stärkeren Wachstums verlor Apple die Führung.

Wer den Smartphone-Markt verfolgt, kennt dieses Szenario. Apple verkauft im vierten Quartal die meisten Geräte, getrieben durch Weihnachten und neue iPhone-Modelle. In Q4/2025 mussten die Koreaner daher ihren Spitzenplatz kurzzeitig aufgeben.

Im ersten Quartal schlägt dann Samsung zurück. 2026 sorgt die Galaxy S26-Serie für den nötigen Schub. Dabei verkauft sich ausgerechnet das teuerste Modell, das Galaxy S26 Ultra, am besten.

Der Rest des Markts steckt in der Krise

Während Samsung und Apple wachsen, bricht bei anderen Herstellern die Nachfrage weg. Der globale Smartphone-Markt schrumpft 2026 laut IDC um 12,9 Prozent auf 1,12 Milliarden Einheiten. So niedrig lag der Absatz seit über zehn Jahren nicht mehr.

Der Hauptgrund: künstliche Intelligenz sorgt für eine RAM-Krise.

Die Produktion von High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Anwendungen frisst Fertigungs-Kapazitäten im großen Ausmaß. HBM braucht dreimal so viel Wafer-Kapazität wie LPDDR5X-Speicher für High-End-Smartphones. 2026 gehen voraussichtlich über 20 Prozent der globalen DRAM-Produktion in KI-Chips. Das Ergebnis: Speicher wird knapp und teuer.

DRAM- und HBM-Preise haben sich im ersten Quartal 2026 fast verdoppelt, so Counterpoint Research. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Smartphones klettert um 14 Prozent auf 523 Dollar, ein Rekordwert. Geräte unter 100 Dollar lassen sich damit nicht mehr kostendeckend herstellen.

Bild: Omdia

Xiaomi verliert 19%

Xiaomi belegt Platz drei mit 33,8 Millionen ausgelieferten Geräten und 11,3 Prozent Marktanteil. Das sind 19 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Grund liegt auf der Hand: Mehr als die Hälfte der Xiaomi-Verkäufe entfällt auf Smartphones unter 200 Dollar. Genau dort schlagen die gestiegenen Komponentenkosten am härtesten zu.

Counterpoint rechnet im Budget-Segment unter 200 Dollar mit einem Rückgang von 20 Prozent. Besonders dramatisch sieht es in China aus: Xiaomis Auslieferungen brachen dort um 35 Prozent ein. Was jahrelang als Stärke galt (der Fokus auf günstige Geräte) wird jetzt zum Problem.

Premium-Hersteller haben einen Vorteil

Von den fünf größten Smartphone-Herstellern weltweit wuchsen nur Samsung und Apple. Beide profitieren von ihrer Ausrichtung auf teurere Geräte. Dazu kommt mehr Verhandlungsmacht gegenüber Speicherlieferanten, was ein entscheidender Vorteil in der aktuelle anhaltenden Speicherkrise ist.

Die Aussichten für die Smartphone-Industrie bleiben schwierig. Omdia erwartet für die zweite Jahreshälfte Rückgänge, weil Speicherchip-Preise weiter steigen. Die Gewinnmargen der Hersteller werden in den nächsten zwei Jahren mit Sicherheit erheblich unter Druck bleiben. Auch Premium-Marken spüren das früher oder später.

Der Smartphone-Markt verschiebt sich vom Volumen-Geschäft zum Wert-Geschäft. Hersteller, die auf billige Geräte setzen, geraten in Schwierigkeiten. Wer im Premium-Segment bereits stark aufgestellt ist, baut Marktanteile aus. Samsung zeigt in Q1 2026, dass diese Rechnung aufgeht.

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