Samsung korrigiert seine Produktionsziele für die kommenden Foldables nach unten, und zwar nicht zu knapp. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit 5 bis 6 Millionen verkauften Einheiten über die drei Modelle Galaxy Z Fold 8 Ultra, Galaxy Z Fold 8 (Wide) und Galaxy Z Flip 8. Das zumidnest berichtet die südkoreanische Publikation ZDNet.
Ursprünglich waren 6,5 Millionen Foldable-Geräte geplant. Noch bemerkenswerter: Die neue Prognose liegt unter den 6 Millionen Verkäufen aus 2025. Samsung erwartet also eher einen (kleinen) Rückgang statt Wachstum in diesem Segment.
Wo Samsung seine Prioritäten setzt, wird an den Zahlen sichtbar: Das Galaxy Z Fold 8 Ultra soll 2 bis 2,5 Millionen Mal verkauft werden. Das Premium-Modell wird damit zum Zugpferd. Das Galaxy Z Fold 8 (Wide) mit neuem Formfaktor bekommt mit 1,5 bis 2 Millionen ebenfalls einen relevanten Anteil. Die Zahlen für das Fold 8 (Wide) sind somit deutlich höher, als noch zuletzt geschätzt.
Das Galaxy Z Flip 8 hingegen nur 0,5 bis 1 Million erwartete Verkäufe. Ein Sorgenkind also. Und vielleicht sogar der Anfang vom Ende für dieses Format?
Fold & Flip: Deutliche Verschiebung im Kaufverhalten
Das Verkaufsverhältnis zwischen Flip- und Fold-Modellen ist von fast 70:30 auf fast 50:50 gekippt. Kunden wollen offenbar lieber das größere Foldable-Erlebnis statt der kompakten Klapplösung. Samsung reagiert anscheinend darauf: Das Flip-Format wird zurückgefahren, während die Fold-Linie in den Vordergrund rückt.
Samsungs Marktanteil bei Foldables hat sich laut SAG von 14% (Q1 2025) auf 25% (Q1 2026) fast verdoppelt. Und das obwohl der Gesamtmarkt für Smartphones um 14% gesunken ist. 3,1 Millionen Foldables wurden in Q1 2026 weltweit verkauft.. Samsung gewinnt also Marktanteile. Wieso dann die Prognosen runterschrauben?

Steigende Kosten treffen auf starke Konkurrenz
Mehrere Faktoren spielen zusammen. Speicherchip-Kosten machen mittlerweile 10-15% der Gesamtkosten eines Flaggschiffs aus. Die Preise sind gestiegen, Foldables kosten dadurch voraussichtlich mehr als noch vor einem Jahr. Das könnte die Nachfrage 2026 drücken.
Dann ist da noch der Wettbewerb. Fast jeder große Hersteller hat inzwischen ein Foldable im Portfolio. Huawei zum Beispiel ist sehr stark am Foldable-Markt und hält deutlich mehr Anteile als Samsung, wie man im oben verlinkten Bericht von SAG Nachlesen kann. Aber dann ändert sich bald noch etwas…
Apple als kommender Wendepunkt
Die wirklich große Herausforderung kommt aber erst in der zweiten Jahreshälfte 2026: Apple. Das faltbare iPhone wird erwartet, und Analysten rechnen damit, dass Apple im ersten Jahr 22% Marktanteil holen könnte.
Foldables bleiben eine Nische. Trotz aller Aufmerksamkeit und Wachstumsprognosen machen sie weniger als 2,5% aller verkauften Smartphones aus. Samsung muss in diesem zunehmend umkämpften Segment liefern. Und vielleicht ist das neue Galaxy Z Fold 8 (Wide) genau das, was es dafür jetzt braucht.
Was die reduzierten Produktionsziele zeigen: Samsung wird vorsichtiger. Weniger Euphorie, mehr Realismus. Jetzt wird um jeden Kunden gekämpft. Und mit Apple im Nacken wird dieser in Kürze noch härter.











