Apple hat Samsung Electronics offiziell beauftragt, 12GB LPDDR5X DRAM-Chips zu liefern. TheBell berichtet davon unter Berufung auf mehrere Quellen aus der Speicher-Lieferkette. Die Chips gehen ins kommende iPhone Fold, das erste faltbare Smartphone von Apple. Launch-Termin soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 sein. Samsung startet die Auslieferung der DRAM-Chips bereits im zweiten Quartal.
Samsung hat dabei wohl eine Preiserhöhung durchgedrückt, die einer Verdopplung nahekommt. Apples Verhandlungsmacht reichte dieses Mal anscheinend nicht aus, um die Preise niedrig zu halten.
LPDDR5X DRAM: Von 25 auf 70 Dollar in einem Jahr
Die Zahlen aus der Lieferkette sehen übel aus für Apple. LPDDR5X-Module fürs iPhone Fold kosten schätzungsweise 70 USD pro Stück. Anfang 2025 lagen die Preise noch bei etwa 30 USD. Eine Verdopplung innerhalb eines Jahres.
Warum Samsung diese gute Position hat: SK Hynix und Micron schieben ihre Kapazitäten massiv Richtung High-Bandwidth Memory (HBM) für AI-Server. DRAM für Smartphones wird knapp. Samsung hat die Kapazitäten und nutzt das aus. Natürlich ist bei der Preiserhöhung aber auch zu berücksichtigen, dass RAM-Speicher seit 2025 generell teurer geworden ist.
Drei Speicher-Lieferanten, einer dominiert
Apple arbeitet wie immer mit mehreren Lieferanten. SK Hynix und Micron bekommen auch Aufträge fürs iPhone Fold, aber deutlich kleinere. Samsung bleibt Hauptlieferant, schlicht weil die Koreaner mehr Kapazität haben als alle anderen zusammen.
Der entscheidende Punkt: Samsung ist der einzige Hersteller, der 12GB und 16GB LPDDR5X in den Mengen produziert, die Apple braucht. SK Hynix und Micron konzentrieren sich auf HBM. Mobile DRAM steht bei denen momentan nicht mehr ganz oben auf der Liste.
Branchenquellen beschreiben Samsungs Produktionskapazitäten als überwältigend. Während die Konkurrenz Ressourcen umschichtet, kann Samsung die geforderten Mengen problemlos liefern. Das verschafft Verhandlungsmacht.

Display-Deal parallel: Samsung Display startet Produktion im Juni
Nebenbei hat Samsung Display auch noch den Auftrag für die faltbaren OLED-Panels bekommen. In Asan, Süd-Chungcheong, läuft bereits eine Produktionslinie an. Start der Fertigung ist ebenfalls für das zweite Quartal 2026 angesetzt.
Die Panels sollen nahezu faltenfrei sein und damit ein Problem angehen, an dem die Display-Branche seit Jahren arbeitet. Apple plant für 2026 etwa 10 Millionen Einheiten.
Samsung kassiert also doppelt: DRAM und Displays gehen an Apple, zu Premium-Preisen. Pro Display zahlt Apple laut Quellen rund 250 USD, mehr als Samsung für die eigenen Galaxy Folds zahlt.
Der Markt hat sich gedreht
Der DRAM-Markt funktioniert anders als noch vor einem Jahr. Samsung hat Verhandlungsmacht gewonnen und nutzt diese dementsprechend. Die Kapazitätsverschiebung anderer Lieferanten Richtung HBM dreht die Machtverhältnisse um und Apple muss zahlen, was Samsung verlangt.
Für Samsung zahlen sich Jahre der Investitionen aus. DRAM-Fertigung, Display-Technologie: beides generiert jetzt Umsatz beim direkten Konkurrenten. Mit acht Jahren Vorsprung bei faltbaren Displays dürfte Samsung für Jahre der einzige Panel-Lieferant für Apples Foldables bleiben.
Ob das iPhone Fold den Foldable-Markt für Apple wirklich im großen Stil öffnet, sehen wir in der zweiten Jahreshälfte 2026. Für Samsung läuft der Deal bereits jetzt.











